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Ein hartnäckiges Klischee besagt, dass nur Leute biblischen Alters auf Langlauf-Skiern anzutreffen sind. Wir wollen die Lebens-erwartung dieser Tattergreise maximieren und machen uns mit dem Notfallset auf den Weg...

Langlauf-Report - Diagnose

Ort der Untersuchung: Olympiaregion Seefeld, Tirol

Untersuchte Faktoren:

Geschwindigkeit: Need for speed.
Wer glaubt, dass Greise auf Skiern einem Schneemobil in Sachen Leistung unterlegen sind, irrt gewaltig. Fitte Langläufer schöpfen aus der Kraft des Musculus peronaeus longus und stellen die 120 Pferdestärken unseres fahrbaren Untersatzes in den Schatten. Das mobile Geschwindigkeitsradar zeigt unfassbare Werte.

Zeitgeist: Die Loipe als Skatepark.
Langlaufen ist kein Begriff, der junge Trendsetter ihre Carvers vergessen lässt. Die aktuellere Bezeichnung „Ski-Skating" nennt das Kind bei seinem rechtmäßigen Namen und verweist auf den doppelten Fun-Faktor dieser Sportart: Zum einen für den Beobachter, der sich an den amüsanten Bewegungsabläufen ergötzen kann, zum anderen für den Sportler selbst, der seine Endorphin-Ausschüttung in unermessliche Höhen treibt.

Alter: Der geheime Jungbrunnen.
Um ein Haar wären wir dem Klischee in die Falle gegangen und hätten 700 Volt durch den Körper eines jungen, topfitten Mannes gejagt. Den Defibrillator hätten wir guten Gewissens im Hauptquartier lassen können - auf der Loipe wimmelt es von jungen Sportskanonen. Und die anwesenden Omas und Opas sind mindestens so fit wie ihre Enkel.

Endbefund: Abgasfreies Rennvergnügen.
Langlaufen ist nichts für Langweiler und unterliegt keiner Altersempfehlung. Auf der Loipe zählen nicht die PS, sondern die geballte Tiroler Wadelkraft.